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Deutschland ist zwar „Weltmeister" bei der Anzahl der angemeldeten Patente. Gleichzeitig wird die Innovationskraft Deutschlands als gering eingestuft und deren Steigerung als ein zentrales wirtschaftspolitisches Ziel formuliert (Innovationsplan der Bundesregierung, Jahr der Innovation bei der IHK etc.). Wenn beispielsweise der ökonomische Trend anhält, dass der Produktionsstandort Deutschland zunehmend aufgelöst wird, da die Unternehmen mit ihrer Produktion in Billiglohnländer abwandern, dann kann die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt sich nur in Form einer hoch entwickelten Wissensgesellschaft, mit einem enormen Innovationspotential der Unternehmen, am globalen Markt behaupten (vgl. Horx 2005). Um diese Diskrepanz aufzuklären, muss auch der Innovationsbegriff genauer spezifiziert werden. In der momentanen politischen Diskussion entsteht zumeist der Eindruck, dass „Innovation" eine Aufgabe oder ein Produkt der F&E Abteilungen (Forschung & Entwicklung) ist. Dies ist allerdings ein Trugschluss, da Innovation als grundlegende Neuerungen in Bereichen wie Produkte und Dienstleitungen, Produktion und Logistik oder Organisation und Vertrieb, die zu wirtschaftlichem Erfolg führt, aufgefasst werden kann (bereits Schumpeter 1997 hatte dies erkannt). Demnach müssen Ideen die zu Innovationen führen sollen, die gesamten Wertschöpfungsprozesse eines Unternehmens (Marketing, Entwicklung, Planung, Beschaffung, Produktion, Vertrieb) durchlaufen. Damit ist Innovation aber nicht mehr ein Thema von „Tüftlern" oder von Forschungsinstituten, sondern eine Frage der Kompetenz von Organisationen mit „Neuem" umzugehen. Daher sind Unternehmen gefordert, sich mit Innovationshemmnissen wie überholte Strukturen, unausgefochtene Konflikte oder einer auf Beharrung ausgerichteten Unternehmenskultur auseinander zu setzen. Es gilt darum dementsprechende Freiräume zur Reflexion über Neues im Unternehmen zu verankern, um sich auch im Sinne einer lernenden Organisation weiterzuentwickeln (Argyris/Schön 2002; Senge 1997, 2000). Ziel muss es daher sein, Unternehmen in ihrer „organisationalen Selbstreflexion", über ihre Ziele, Strategien, Umsetzungen und auch über innerbetriebliches, innovatives Handeln, zu unterstützen (z. B. Buchinger1998).
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